equal pay: Vertrauensschutz bei Anwendung der Tarifverträge der CGZP

Nach den beiden aktuellen „Tiefschlägen“ aus Berlin (zur Tarifunfähigkeit der CGZP in der Vergangenheit und zur unzulässigen Klage des AMP auf Feststellung der Wirksamkeit der CGZP-Tarifverträge - wir berichteten) gibt es für die betroffenen Personaldienstleister wieder erfreulichere Nachrichten von den Arbeitsgerichten:

Bislang ist hoch umstritten, ob die von der CGZP geschlossenen Tarifverträge – unterstellt die Tarifgemeinschaft ist in der Vergangenheit nicht tariffähig gewesen – tatsächlich unwirksam sind oder ob sich die Tarifanwender auf eine Art „Vertrauensschutz“ bzgl. deren Wirksamkeit berufen können. Mit dieser Frage hat sich nunmehr in einer aktuell bekannt gewordenen Entscheidung das ArbG Bonn befasst (Urt. v. 25.05.2011 – 4 Ca 2963/10).

Der Leiharbeitnehmer beruft sich für den Zeitraum von Februar bis April 2010 auf den equal pay-Grundsatz. Bzgl. des Anspruchs für den Monat April 2010 gibt das ArbG Bonn der Klage statt. Die Tarifunfähigkeit der CGZP stehe nach dem Beschluss des BAG vom 14.12.2010 (Az. 1 ABR 19/10) zumindest seit dem 07.12.2009 – dem Tag der letzten mündlichen Verhandlung in der Tatsacheninstanz vor dem LAG Berlin-Brandenburg (Az. 23 TaBV 1016/09) – fest. Rechtsfolge des Verlustes der Tariffähigkeit sei die Unwirksamkeit des Tarifvertrages ex-nunc, also ab dem 07.12.2009. Die im Arbeitsvertrag enthaltenen 3-monatige Ausschlussfrist sei durch das außergerichtliche Schreiben vom 19.08.2010 gewahrt. Die Ansprüche für Februar und März 2010 seien hingegen verfallen, da diese nicht rechtzeitig geltend gemacht wurden.

Die Entscheidung des ArbG Bonn ist in vielerlei Hinsicht interessant: Zum einen nimmt die 4 ...

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