Elefanten-Ehe zwischen E.ON und RWE? Endstation Standesamt!

(c) Niki Vogt / PIXELIO (www.pixelio.de)

EU-Energiekommissar Günther Oettinger ist ein Mann mit Visionen. Einer, der in großen Zusammenhängen denkt (und dies ob seinen Amtes auch tun muss). Manchmal wünscht man sich dann aber doch ein bisschen mehr Blick für Details. Zum Beispiel dann, wenn man das Interview mit der Rheinischen Post liest, das diese Woche erschien. Angesprochen auf den geplanten Stellenabbau bei den Energiekonzernen E.ON und RWE, bringt Oettinger darin überraschend eine Fusion der beiden größten deutschen Energieversorger ins Spiel und tritt damit eine heftige Debatte los.

Oettingers Idee: Fusion zwischen E.ON und RWE

Im Interview nimmt Oettinger zur Rolle deutscher Energiekonzerne im Weltmaßstab Stellung. Er schätzt ein, dass die deutschen Energiekonzerne E.ON und RWE im Weltvergleich „nur Regionalliga“ seien. Wolle Deutschland aber „in der Weltliga“ der Energiegiganten Exxon, Chevron oder Gazprom mitspielen, bedürfte es eines „nationalen Players von entsprechender Größe“. „Wenn man einmal von etwaigen wettbewerbsrechtlichen Problemen in Europa absieht, die es zu bewerten und gegebenenfalls zu lösen gälte“, so Oettinger, könne auch eine Fusion „ein Schritt sein, der das Gewicht der deutschen Energiewirtschaft im weltweiten Wettbewerb stärken würde“.

Der Blick in die Geschichte: Die Wiedergeburt der Idee der „nationalen Champions“

Die Wortwahl Oettingers in dem genannten Interview ähnelt stark derjenigen des früheren Wirtschaftsministers Werner Müller und weckt Erinnerungen:

Müller hatte im Jahre 2002 als damaliger Wirtschaftsminister gegen das sehr klare anderslautende Votum des Bundeskartellamts die Fusion zwischen E.ON und Ruhrgas im Wege einer Ministererlaubnis nach § 42 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) ermöglicht. Weil er selbst sich als früherer Manager der VEBA, eines Vorgängerunternehmens von E ...

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