Man braucht gute Karten UND Glück

…und das auch in vermeintlich kleinen Sachen.

Die guten Karten sahen wie folgt aus: Der Mandant sollte einen Verkehrsverstoß begangen haben. Ordentliches Bußgeld und Punkte in Flensburg. Er sagt: Stimmt so nicht. Oft kommt dann bei der Vernehmung des einzigen Polizeibeamten heraus, dass Polizistinnen und Polizisten schon von Berufs wegen nicht lügen und dieser Berufsgruppe auch Irrtümer vollkommen fremd sind (Beamtinnen und Beamte scheinen ohnehin diese menschlich einzigartige Fähigkeit aufzuweisen, jedenfalls, wenn man richterliche Entscheidungen studiert), somit kann auch die Einlassung des Mandanten nicht stimmen.

Ich hatte damals zur Bußgeldbehörde geschrieben, dass ich den Mandanten verteidige. Eine schriftliche Vollmacht habe ich -wie so oft- nicht beigefügt. Der Bußgeldbescheid kommt dann auch irgendwann, danach mein Einspruch und die Sache landet bei Gericht. Ich denke mir so “au prima”, denn die Behörde hat den Bescheid formal an mich zugestellt. Da ich aber keine Vollmacht mitgeschickt habe, funktioniert das nicht so. Bedeutet, dass der Bescheid eigentlich nochmal offiziell zugestellt werden müsste und zwar an den Mandanten, nicht an mich. Das wiederum ist jetzt etwas spät, denn die drei Monate Verjährungsfrist sind um. Also: Sache verjährt. Ein Klassiker der Verteidigung ...

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