Arbeitsgericht Freiburg spricht Leiharbeiter Lohnnachschlag zu

Geht aus einem Leiharbeitsvertrag nicht klar hervor, welcher Tarifvertrag genau anzuwenden ist, können Leiharbeiter meist mehr Lohn einfordern. Denn sie müssen dann genauso bezahlt werden, wie die Stammbelegschaft im eingesetzten Betrieb, entschied das Arbeitsgericht Freiburg in einem am Mittwoch, 11.01.2012, veröffentlichten Urteil (AZ: 2 Ca 218/11). Es reiche nicht aus, dass im Arbeitsvertrag nur auf einzelne Punkte eines Tarifvertrags verwiesen wird.

Im konkreten Fall hatte eine Leiharbeitsfirma bei der Arbeitsagentur die Stelle eines Lagerarbeiters ausgeschrieben. Die Vergütung und Zusatzleistungen sollten sich laut Stellenbeschreibung nach dem Tarifvertrag der Einzelgewerkschaften des Christlichen Gewerkschaftsbundes (PSA/CGB) und dem Arbeitgeberverband Mittelständischer Personaldienstleister (AMP) richten. Dieser sah seit 2010 einen Stundenlohn zwischen 6,66 € und 7,60 € plus Zulagen vor.

Als der Kläger die Leiharbeitsstelle erhielt, bekam er einen Arbeitsvertrag, der auf „den gültigen Manteltarifvertrag“ Bezug nahm. Vor Gericht forderte der 29-Jährige nun einen Lohnnachschlag in Höhe von 10.670,00 €. Denn im Arbeitsvertrag sei nicht klar aufgeführt, welcher Tarifvertrag anzuwenden ist. Daher dürfe nicht nach irgendeinem Tariflohn bezahlt werden.

Ohne entsprechenden Tarifvertrag orientiere sich die Entlohnung laut gesetzlichen Bestimmungen nach dem sogenannten „Equal-Pay“-Prinzip, so der Kläger ...

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