Anwalts-Casting: Stand Beate Zschäpe im Erfurter Gericht?

War es dreist – oder vielleicht auch nur hilflos? Wenn sich ein Rechtsanwalt aus der Bodenseeregion richtig erinnert, stand Beate Zschäpe kaum ein Jahr vor ihrer Festnahme in Erfurt “vor Gericht”, wenn auch “nur” als Zuschauerin eines Rockerprozesses vor dem Landgericht Erfurt. “Sie kam zu mir und wollte meine Karte, sie sagte, sie brauche einen Anwalt”, erinnert sich der erfahrene Strafverteidiger an die Begegnung. Seinen Namen will er derzeit nicht veröffentlicht sehen, “weil ich mich mit dem Hinweis nicht profilieren, sondern wenn, dann nur helfen will”. Gestern habe ich mit dem Anwalt ausführlich gesprochen. Seine Geschichte ist interessant und wirkt auf mich plausibel.

In einer Verhandlungspause sei damals in Erfurt eine Frau auf ihn zugekommen, die er heute “zu fast hundert Prozent” für Beate Zschäpe hält. Sie sei in Begleitung von zwei Männern gewesen, die Kapuzenpullis getragen hätten. Als die Frau nach seiner Karte fragte, habe er dies zunächst eher als “bedrohlich” empfunden. Das habe vor allem am Blick der Frau gelegen, “und deswegen ist mir das noch so in Erinnerung”. Zu einem Kontakt sei es später nicht gekommen. Aber er glaube, die Frau auch an anderen Tagen im Gerichtssaal gesehen zu haben. Und einer der beiden Begleiter habe “ziemlich” so ausgesehen, wie einer der beiden toten Freunde von Beate Zschäpe.

Den Strafverteidiger, der mir das erzählt, habe ich gestern in einem baden-württembergischen Gericht angetroffen. Gute zwei Stunden habe ich auf eine Verhandlungspause warten müssen, um mit ihm ins Gespräch zu kommen. In dieser Zeit konnte ich erleben, wie er als Strafverteidiger agiert ...

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