Acht Thesen zum Wissenschaftsstatus der Rechtswissenschaft von Prof. Dr. Möllers - Verfassungsblog

Herr Prof. Dr. Möllers hat im Verfassungsblog acht interessante Thesen zum Wissenschaftsstatus der Rechtswissenschaft (jurabilis! berichtete) aufgestellt. Diese sollen deshalb nicht unkommentiert bleiben: An dieser Stelle ist leider nur Platz für einen Kommentar zu den entscheidenden Thesen. Den Thesen von Möllers ist fast vollständig zuzustimmen.
4. Die Ausbildung ist zu wenig theoretisch � sie ist aber zugleich zu wenig praktisch. Die einzige Prüfungstechnik, die wirklich Ähnlichkeit mit der juristischen Praxis hat, die Fall-Hausarbeit, tritt gegenüber Klausuren mehr und mehr zurück. Reden und Schreiben werden nicht gelehrt, sondern den �Schlüsselqualifikationen� überwiesen, die kaum jemand ernst nimmt. Dieses Problem hat auch etwas mit den miserablen Lehrkapazitäten zusammen, für die die juristischen Fakultäten nichts können. Was tun? Neben einer Verknappung der Studienplätze wäre mehr Phantasie bei der Ausgestaltung der Lehrveranstaltungen gefragt: Moot Courts sind hier ein wichtiges Vorbild, die Einführung von Law Clinics, die Lehre von juristischen Schreiben jenseits des armseligen so genannten �Gutachtenstils� � auch Gutachten können gut geschrieben sein � wären andere.
6. Der politische Prozess hat gar keine andere Wahl, als auch das Jura-Studium nach Kosten und Nutzen zu befragen. Auf den ersten Blick könnte man hier eine durchaus vernichtende Bilanz ziehen: Zweifelhafte wissenschaftliche Erfolge, die sich etwa in der sehr mageren Beteiligung an Projektforschung zeigen, werden durch ein Versagen in der Lehre ergänzt, das im Repetitorenwesen und einer enorm hohen Mißerfolgsquote in der Abschlussprüfung zum Ausdruck kommt. Das juristische Staatsexamen sorgt für sehr viele verlorene Lebensjahre ...
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