Unfallflucht: Strafzumessung darf auch Schwere des Unfalls berücksichtigen!

Irgendwie weist schon der gesunde Menschenverstand den Weg (was in der Juristerei nicht unbedingt etwas heißen muss): Findet die Unfallflucht bei einem Unfall statt, der schwere Schäden verursacht hat, so ist dies "schlimmer", als bei einem "Fastbagatellschaden":

Das Amtsgericht Frankfurt am Main verurteilte den Beschwerdeführer am 3. September 2010 wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, deren Vollstreckung es zur Bewährung aussetzte. Gegen dieses Urteil legten sowohl die Nebenkläger als auch die Staatsanwaltschaft, letztere beschränkt auf den Rechtsfolgenausspruch, Berufung ein. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft hat das Landgericht das Urteil im Rechtsfolgenausspruch abgeändert und den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt, ihm die Fahrerlaubnis entzogen, den Führerschein eingezogen und die Verwaltungsbehörde angewiesen, ihm vor Ablauf von 18 Monaten keine neue Fahrerlaubnis zu erteilen. Die Berufung der Nebenkläger blieb erfolglos.

Gegen dieses Urteil wendet sich nunmehr der Angeklagte mit der Revision, die auf die Verletzung sachlichen Rechts gestützt ist.

Nach den Feststellungen befuhr der Angeklagte am 12. Dezember 2009 mit einem Pkw der Marke Mercedes gegen 20.20 Uhr die R. Landstraße in Frankfurt am Main. Er hielt die dort erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h ein. Im Bereich der Sternbrücke erfasste er den 14jährigen Marc Schäfer, der auf seinem Skateboard stehend unvermittelt auf die Fahrbahn geraten war. Marc Schäfer wurde auf die Frontscheibe des Pkw geschleudert und kam 35 Meter nach der Kollisionsstelle mit schwersten Verletzungen auf der Fahrbahn zum Liegen. Nachdem der Angeklagte sein Fahrzeug verlassen und sich den Verletzten angesehen hatte, fuhr er vom Unfallort davon, ohne seinen Gestellungspflichten zu genügen. Während der Weiterfahrt schaltete er die Beleuchtung seines Fahrzeugs aus ...

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