Neues aus Brüssel oder alter Wein in neuen Schläuchen? Auf dem Weg zu einer Richtlinie zu kartellrechtlichen Schadensersatzklagen

Es gibt Neues aus Brüssel zu einem seit Jahren heiß diskutierten Thema – die private Kartellrechtsdurchsetzung. Auf der Internetseite der Europäischen Kommission über Folgenabschätzungen für ihre Gesetzgebungsvorhaben wurde vor kurzem eine "Roadmap" zu dem Thema veröffentlicht. Nach dem Kommissions-Fahrplan soll es im Juni 2012 einen Gesetzgebungsvorschlag, wohl für eine Richtlinie, geben.

Zunächst sei ein Blick zurück in die Vergangenheit geworfen:

Erste Überlegung für eine verstärkte Einbeziehung der Marktteilnehmer in die Kartellrechtsdurchsetzung finden sich bereits in dem Weißbuch der Kommission über die Modernisierung der Vorschriften zur Anwendung der Art. 85 und 86 EG-Vertrag aus dem Jahre 1999. In der Folgezeigt veröffentlichte die Kommission im 2005 ein Grünbuch zu Schadensersatzklagen gegen Verletzung des EU-Wettbewerbsrechts, in der verschiedene Optionen für eine Förderung von Schadensersatzklagen wegen Kartellrechtsverstößen betrachtet wurden. An das Grünbuch schloss sich im Jahr 2008 ein Weißbuch mit konkreten Vorschlägen an. In einem inoffiziellen Richtlinienentwurf von April 2009 konkretisierte die Kommission ihrem im Weißbuch erläuterten Vorschlägen die Form von Rechtsvorschriften. Ab Juni 2009 kursierte ein weiterer inoffizieller Entwurf eines Vorschlags für eine auf dem Weißbuch aufbauende Richtlinie. Da das Vorhaben umstritten war, wurde die verantwortliche Generaldirektion Wettbewerb der Kommission ausgebremst. Die Richtlinienentwürfe verschwanden wieder in den Schubladen, die sie niemals offiziell verlassen hatten. Anfang des Jahres 2011 führte die Kommission zur Zusammenführung der Aktivitäten verschiedene Generaldirektionen, darunter derer für Wettbewerb (COMP) und für Gesundheit und Verbraucher (SANCO) eine Konsultation zu einem kohärenten europäischen Ansatz beim kollektiven Rechtsschutz ein ...

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