Identifizierende Wort- und Bildberichterstattung über einen Politiker

Mit der Frage der Zulässigkeit einer identifizierenden Wort- und Bildberichterstattung über einen Politiker in einem Presseartikel über dessen prominente Lebensgefährtin hatte sich aktuell der Bundesgerichtshof zu befassen.

Anlass hierzu bot ein Artikel in der “SUPERillu”: Der Kläger ist Mitglied des Landtags von Sachsen-Anhalt und war seinerzeit der Freund der Schlagersängerin, Moderatorin und Schauspielerin Inka Bause. Am 3. Dezember 2009 veröffentlichte die Beklagte in der Ausgabe Nr. 50 der von ihr verlegten Zeitschrift “SUPERillu” einen auf der Titelseite mit den Worten “INKAS TRAUMJAHR” und der Unterzeile “Neue Liebe macht ihr Glück perfekt” angekündigten und mit “Die INKA Story” betitelten Beitrag über Inka Bause. Darin wird u.a. berichtet, dass der Kläger “Inkas neuer Freund” sei und aus H. in Sachsen-Anhalt stamme. Des Weiteren werden sein Alter, seine Größe und sein Sternzeichen genannt und mitgeteilt, er sei gelernter Krankenpfleger. Weiter heißt es dort: “Sein großes Hobby ist die Musik, seine Leidenschaft die Politik. Für die Partei “Die Linke” sitzt G. seit 2007 im Magdeburger Landtag.” Der Beitrag ist mit einem Porträtfoto des Klägers bebildert, unter dem es heißt: “Der Neue Inkas Freund S.G. ist Politiker in Magdeburg.”

Der Bundesgerichtshof sah diese Form der Berichterstattung als zulässig an und verneinte einen Unterlassungsanspruch des betroffenen Politikers:

Dem Politiker steht gegen die Verlegerin der “SUPERillu” kein Anspruch aus § 823 Abs. 1, § 1004 Abs. 1 Satz 2 BGB analog i.V.m. Art. 1 Abs. 1, Art. 2 Abs. 1 GG auf Unterlassung identifizierender Wortberichterstattung im Zusammenhang mit einer privaten Beziehung zu Frau Inka Bause zu.

Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts …

Allerdings wird das durch Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs ...

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