Der Engel muss nicht weg!

Die Friedhofssatzung sah in § 20 Abs. 1 b Nr. 6 vor, dass die auf dem Grab anzubringende Namenstafel 40 cm Breite und 30 cm Höhe nicht überschreiten dürfe. Die trauernde Witwe ließ aber noch einen Grabschmuck in Form einer mit der Grabplatte fest verbundenen Engelsfigur von 35 cm Höhe aufstellen. Das war der Gemeinde zuviel und sie erließ einen Bescheid, entweder die Figur zu entfernen oder aber auf 30 cm zu kürzen und drohte ein Zwangsgeld an. Die Gemeinde begründete das damit, dass zwar gemäß § 20 Abs. 1 b Nr. 7 das Aufstellen von Grabschmuck grundsätzlich zulässig sei. die in § 20 Abs. 1 b Nr. 6 festgelegte maximale Höhe habe auch für den Grabschmuck zu gelten. Die Namenstafel bzw. der Grabstein nähmen auf dem Grab eine zentrale Rolle ein und alles andere, vor allem der Grabschmuck hätten sich dem unterzuordnen.

Der Kreisrechtsausschuss gab dem Widerspruch der Witwe statt mit der Begründung, die Gemeinde habe ihr Entschließungsermessen mangels vorliegender Ermessenserwägungen nicht ordnungsgemäß ausgeübt.

Hiergegen klagte nun die Gemeinde vor dem Verwaltungsgericht des Saarlandes. Sie meint, die Höhenvorgaben des § 20 Abs. 1 b Nr. 6 der Satzung seien auch für die Gestaltung des Grabschmucks von Belang. Richtig sei zwar, dass die Vorschrift von ihrem Wortlaut her lediglich Größenvorgaben bezüglich der Grundplatte und der Namenstafel mache. Nach Sinn und Zweck der Regelung unterliege jedoch auch der Grabschmuck diesen Vorgaben; andernfalls liefe der Normzweck völlig leer ...

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