Wenn das Pferd vor dem Auto scheut

Das Saarländische Oberlandesgericht musste sich mit der Frage der Gefährdungshaftung eines KFZ-Halters auseinandersetzen, wenn ein durch das Anfahrgeräusch scheuendes Pferd den Reiter umwirft, der das Pferd zuvor an der Longe geführt hat (Urteil vom 15.11.2011 – Aktenzeichen 4 U 593/10 – 184).

Die Anspruchstellerin führte zusammen mit einer weiteren Zeugin, die ebenfalls ein Pferd an der Longe hatte, ihr Pferd entlang eines zu einem Bauernhof führenden asphaltierten Feldwegs. Da näherte sich der Zivi mit einem Transporter, der nach eigenen Angaben des Fahrers recht laut war. Da das Pferd scheute, hielt der Fahrer am linken Wegrand an. Als das Pferd sich etwas beruhigt hatte, ging die Anspruchstellerin mit dem Pferd in Richtung auf den Lieferwagen. Sie hielt hierbei die Longe so, dass sie bei einem erneuten Erschrecken des Pferdes nicht Longe nachgeben konnte. Zudem befand sie sich aufgrund der Tatsache, dass Pferde üblicherweise links geführt werden, nicht zwischen Pferd und Lieferwagen. Als sich das Pferd neben dem Lieferwagen befand, fuhr der Fahrer erneut an, wobei das Pferd wieder scheute und die Anspruchstellerin mitriss. Sie erlitt hierdurch hat sich die Anspruchstellerin das Knie verdreht und erlitt eine Kreuzbandruptur sowie einen Innen- und Außenminiskushornriss. Sie musste mehrfach operiert werden ...

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