Geschäftsaufgabe schließt die Wiederholungsgefahr nicht aus

In der täglichen Arbeit ist der Rechtsanwalt nicht davor gefeit, sich mit neuen Argumentationsmustern und -Strategien der Gegner auseinandersetzen zu müssen. Dennoch ist es manchmal erstaunlich, wie kreativ in anwaltlichen Schreiben teilweise argumentiert wird.

In einem aktuellen Fall, in dem über die Verletzung wettbewerbsrechtlicher Vorschriften sowie die Einhaltung einer Unterlassungserklärung gestritten wird, haben uns die Kollegen mit einer originellen Argumentation überrascht.

Es wurde vorgetragen, dass ein Unterlassungsanspruch nicht bestehe, da kein Erstbegehungstatbestand gegeben sei und damit die Wiederholungsgefahr nicht vorliege. Dies allein wäre nicht erwähnenswert gewesen. Im streitigen Fall wurde jedoch das Vorliegen einer Wiederholungsgefahr von den Kollegen verneint, weil der Anspruchsgegner den Verstoß nicht noch einmal begehen werde, da der Geschäftsbetrieb des Gegners aufgelöst werden soll.

Diese Argumentation verwunderte insbesondere unter dem Gesichtspunkt, dass neben wettbewerbsrechtlichen Ansprüchen insbesondere eine Vertragsstrafe aus der abgegebenen Unterlassungserklärung geltend gemacht wurde. Es war also nicht das erste Mal, dass der Gegner gegen das Wettbewerbsrecht verstieß. Wie die Argumentation der Gegenseite mit § 8 Abs. 1 UWG zu vereinbaren ist, erschließt sich uns nicht. Denn dieser lautet:

„Wer eine nach § 3 oder § 7 unzulässige geschäftliche Handlung vornimmt, kann auf Beseitigung und bei Wiederholungsgefahr auf Unterlassung in Anspruch genommen werden ...

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