Das merkwürdige Fußballverständnis von Jermaine Jones – ein kleiner bis großer Beitrag zur DFB-Sportgerichtsbarkeit

Jeder, der am Mittwochabend das DFB-Achtfinalspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem FC Schalke 04 verfolgt hat, wird die Aktion von Jermaine Jones gegen Marco Reus im Gedächtnis behalten haben.

Glücklicherweise hat diese Aktion ein Nachspiel. Die Sportgerichtsbarkeit des DFB und ihre Funktionsweise dürfte sicherlich nur den aller wenigsten Juristen vertraut sein.

I. Bevor man sich der Frage nach der Sportgerichtsbarkeit des DFB und ihrer Funktionsweise zuwendet, sollte im Schritt zuvor die Rechtsnatur des DFB geklärt werden. Deutscher Fußball-Bund, so die offizielle Bezeichnung, indiziert erst einmal keine besondere Form von Vereinigungen. Hilfreich ist hingegen ein Blick in die Satzung des DFB, abrufbar hier. Dessen § 1 Abs. 1 beschreibt zunächst die Zusammensetzung des DFB:

„Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ist die Vereinigung derL andesverbände, Regionalverbände und des Ligaverbandes, in denen Fußballsport betrieben wird. Der Deutsche Fußball-Bund ist der Nachfolger des im Jahre 1900 gegründeten Deutschen Fußball-Bundes mit dem damaligen Sitz in Berlin.“

Und in § 1 Abs. 2 DFB-Satzung heißt es dann weiter:

„Der Deutsche Fußball-Bund ist ein eingetragener Verein und hat seinen Sitz in Frankfurt (Main).“

Der DFB ist also nichts anderes als ein Verein i.S.d. § 21 BGB und zwar in Form der sog. Dachverbandsorganisation (siehe Weick, in: Staudinger, § 21 BGB Rn. 36). Dass es sich bei dem DFB um einen Verein handelt, der grundsätzlich nicht-wirtschaftliche Zwecke verfolgt, wird noch einmal durch die §§ 4 und 5 der DFB-Satzung gezeigt, wenn etwa in § 4 Abs. 1 Nr. 1 lit. a und b DFB-Satzung Aufgabe und Zweck des DFB sein soll

„den Spielbetrieb nachhaltig zu führen und zu organisieren ...

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