Norwegische Studie: Fünf Prozent der Nieren-Lebendspender bereuen ihre Entscheidung

Die Nieren-Lebendspende wird gelegentlich kritisch, nach wie vor in Deutschland allerdings nicht kritisch genug diskutiert, nicht zuletzt im Hinblick auf unvermindert ungelöste Fragen der Absicherung der Lebendspender und versicherungsrechtlicher Folgen auch über den Bereich der Absicherung von Komplikationen hinaus. So entstehen zB Nachweisprobleme für den Spender, wenn er nicht die Kausalität, also die Ursächlichkeit der Lebendspende für die behandlungsbedürftigen Komplikationen oder zeitversetzt auftretenden Beschwerden medizinisch nachweisen kann. Oder deren Umfang und die dafür erforderlichen medizinisch notwendigen Kosten und wer für diese dann einzutreten hat.

Obgleich auch in Deutschland die Lebendspende mit unterschiedlichen Argumenten teils sogar als die „vorzugswürdige“ Organspende im Vergleich zu der Transplantation von Organen propagiert wird, welche nach dem Hirntod eines Organspenders entnommen werden, ist rein zahlenmässig in Deutschland der Anteil der Lebendspende noch geringer als etwa in Norwegen. Dort wird diese Therapie seit vielen Jahren in großem Umfang angeboten, und die Spender erhalten eine lebenslange kostenlose Nachbetreuung.

Ebenso wie bei der Werbung für die Steigerung der Organspendebereitschaft auch im aktuellen Bestreben der Änderung des Transplantationsgesetzes gern auf andere Länder und dortige gesetzliche Regelungen mit besserer Versorgung verwiesen wird, um in Deutschland das geltende Recht zugunsten von Widerspruchs- oder Entscheidungsregelungen kippen zu können, wird bei der Lebendspende gern auf Länder wie Norwegen mit dem höheren Anteil von Lebendspenden hingewiesen, wenn die Ausweitung der Lebendspende versucht und unternommen wird. Was bei der Schilderung solcher vorgeblich besseren Versorgungslagen in anderen Ländern selten thematisiert wird, sind aber beispielsweise die auch in jenen Ländern eben bei deren Transplantationspraxis dann damit verbundenen problematischen Aspekte ...

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