Adventskalender: 21. Dezember – In the end…

Das war spannend im November 2011:

Zulässigkeit von Abstracts

Es war einmal im Jahre 2006 als zwei namhafte Zeitschriften gegen ein Online-Kulturmagazin vorgingen. Auf dessen Internetseite wurden u.a. Zusammenfassungen in verkürzter Form (sog. „Abstracts“) von Feuilletonartikeln der Zeitschriften und Originalrezensionen der Zeitschriften zu aktuellen Buchveröffentlichungen angeboten und an Dritte gegen Entgelt lizenziert.

Die Zeitschriften sahen darin eine Verletzung ihrer Urheberrechte und eine unzulässige Bearbeitung (dazu s. http://www.lose-blatt-sammlung.de/?p=677) ihrer Werke.

Damit begann der bis November 2011 dauernde Instanzenzug.

1. Akt – LG Frankfurt a.M. 2006

In den erstinstanzlichen Urteilen des LG Frankfurt/Main vom 23.11.2006 (Az. 3 O 171/06 u. 3 O 172/06) wurde eine Urheberrechtsverletzung durch Abstractnutzungen abgewiesen:

“Abstracts” würden lediglich dazu dienen den Leser über den wesentlichen Inhalt der Originaltexte zu informieren. Es würden allenfalls sehr kleine, urheberrechtlich schutzlose Teile der Originaltexte wie einzelne Wörter, Sätze oder Satzteile übernommen. Nach Erschöpfung des Erstveröffentlichungsrecht könne jedermann den Inhalt des Werkes öffentlich mitteilen oder beschreiben ohne den Urheber fragen zu müssen, wenn dadurch nicht die Lektüre, Anhörung oder Betrachtung der Vorlage ersetzt würde. Diese Gefahr bestände im vorliegenden Fall jedoch nicht, da auch die Zweckrichtung sowie das Informationsbedürfnis der Nutzer der Oiginalrezensionen und Abstracts unterschiedlich sei.

2. Akt – OLG Frankfurt a.M. 2007

Das OLG Frankfurt bestätigte die Auffassung des LG mit Urteilen vom 11.12.2007 (Az. 11 U 75/06 u. 11 U 76/06):

Die Wiedergabe einer Kurzfassung von Buchrezensionen Dritter (Abstracts) kann zulässig sein, wenn das Abstract einen eigenständigen schöpferischen Gehalt aufweist ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK