Schlupflöcher für Kartellsünder sollen gestopft werden

„Die Schlupflöcher für Kartellsünder müssen geschlossen werden“, meint Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, in einem Interview mit der FAZ. „Neue Urteile des Bundesgerichtshofes“, so Mundt weiter, „machen es den an einem Kartell beteiligten Unternehmen sehr einfach, sich dem Bußgeld und der Haftung zu entziehen“. Bereits „relativ simple Konstruktionen“ würden reichen, damit Kartellsünder nicht mehr greifbar sind.

Er bezieht sich damit auf zwei BGH-Entscheidungen (übrigens keine Urteile, sondern Beschlüsse), die die Rechtsnachfolge bei der kartellrechtlichen Bußgeldhaftung betreffen und in den wesentlichen Passagen übereinstimmen. Konzentrieren wir uns auf die bekanntere Entscheidung „Versicherungsfusion“ -AZ KRB 55/10- . Das Bundeskartellamt hat 2005 Bußgelder wegen Kartellabsprachen in der Industrieversicherung erlassen, unter anderem gegen die Gerling-Gesellschaft GKA. Im Zuge der Gerling-Übernahme durch den Talanx-Konzern wurde GKA 2007 auf die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG verschmolzen, in die auch der HDI-Geschäftsbereich Industrieversicherungen eingebracht wurde. Diese Verschmelzung bewirkte zugleich das Erlöschen von GKA, von der somit nichts mehr zu holen war.

Verständlich, dass sich das Bundeskartellamt nunmehr an die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG wandte, aber auch zu Recht? Nein, sagt der BGH und begründet dieses Ergebnis so: Eine Erstreckung der bußgeldrechtlichen Haftung auf eine andere juristische Person kann nur unter zwei Voraussetzungen stattfinden ...

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