Mit der Erinnerung ist es wie mit gutem Wein…

… denn wie Wein benötigt Erinnerung auch eine gewisse Zeit, um die gewünschte Reife zu erreichen.

Zu dieser Erkenntnis könnte man jedenfalls kommen, wenn man sich ein aktuell laufendes Zivilverfahren vor Augen hält.

Streitig ist, ob der Beklagte oder der Kläger selbst gewisse (Pfusch-)Arbeiten durchgeführt hat. Der Kläger bot eine ganze Batterie von Zeugen auf, die in ihrer ersten Vernehmung vor Gericht auch alle brav bestätigten, daß der Beklagte der Schuft war. Nur an ein konkretes Datum konnte sich nicht ein einziger dieser Zeugen erinnern. Oktober sei es wohl gewesen, so der eine Zeuge. An einem Samstag müsse es gewesen sein, so ein anderer Zeuge. Herbst oder Winter war es wohl, so ein weiterer Zeuge. Auch auf Nachfrage lieferten die Zeugen zum Datum keine nennenswerten Details.

Da das Amtsgericht die Beweisaufnahme indes nur unvollständig durchführte, verwies das Landgericht die Sache auf die Berufung des Beklagten hin an das Amtsgericht zurück.

Der nun zuständige Richter wollte sich von den Zeugen verständlicherweise einen persönlichen Eindruck verschaffen und vernahm daher die besagten Zeugen erneut ...

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