Öffnung des indischen Einzelhandelssektors für Ausländer „auf Eis“ gelegt

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Vor einigen Jahren fragte ich den damaligen indischen Botschafter in Deutschland, Sudhir Vyas, wann Indien die Beschränkungen für ausländische Direktinvestitionen in den indischen Einzelhandel abschaffen wird. Die Antwort lautete: „Es wird geschehen, aber wir wissen nicht wann.“

Ende November 2011 dachten viele Indienexperten: „Es ist soweit!“ Das indische Kabinett fällte nämlich eine sensationelle Entscheidung. Die Regierung beschloss die lang erwartete Öffnung des Einzelhandelssektors für ausländische Investoren, so dass künftig ausländische Handelsketten erstmalig auch in den Mehrmarken-Vertrieb im Einzelhandel (Multi-Brand Retail) investieren können. Gemäß dieser Entscheidung sollte die Begrenzung von Direktinvestionen in den Ein-Markenvertrieb (Single-Brand Retail), die bisher auf 51% Auslandsanteil gedeckelt waren, gänzlich gestrichen werden. Außerdem sollten ausländische Investitionen in den Multi-Brand Retail mit einer Mehrheit von 51% erstmals zugelassen werden.

Einige Hürden im Multi-Brand Retail sollten jedoch zum Schutz der vielen Tante-Emma-Läden (Mom&Pop-Shops) errichtet werden. So sollten ausländische Einzelhandelunternehmen in den Multi-Brand Retail nur in Städten mit mehr als 1 Mio. Einwohner investieren dürfen. Die ausländischen Investoren sollten sich zudem verpflichten, innerhalb von 5 Jahren mindestens 100 Mio. US-Dollar zu investieren, und mindestens 30% der von ihnen angebotenen Waren sollten von kleinen oder mittelgroßen Anbietern stammen.

Der indische Einzelhandel ist zu weit über 90% in der Hand von kleinen Geschäften, die sehr individuell und flexibel auf ihre (Stamm-)Kunden eingehen. Supermärkte im westlichen Stil gibt es erst seit einiger Zeit. Diese werden beispielsweise von dem indischen Konzern Reliance (Reliance-Fresh) betrieben ...

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