Der Fall Leberkäse

Es ereignete sich in der JVA. Der hungrige Mandant ist bester Häftlingsfreund des religiös fastenden Mithäftlings. Dieser bietet ihm im Sinne eines Sankt Martin in der Fastenzeit sein Essen an. Nachdem der hungrige Mandant die eigene Ration aufgefuttert hat, eilt er flugs zu dem religiösen Häftling, um seinen Nachschlag einzufordern. Dort wird er jedoch von einem anderen Häftling ausgebremst. “Lass das, Du fette Sau, der sieht schon so schlecht aus und soll den Leberkäse selber essen” hieß es da. “Selber fette Sau” schallt es zurück und es entwickelt sich ein Streit. Am Ende steht der hungrige Mandant ohne Leberkäse da, verlässt den Raum und schlägt wütend die Tür hinter sich zu. Dann öffnet er sie einen Spalt und wirft dem Ausbremser in derben und dem Blog nicht würdigen Worten vor, wieso der Ausbremser eigentlich einsitzt (“Du alter K……”). Dieses Outing lässt den Ausbremser innerlich kochen, er springt auf und jagt nun den hungrigen Mandanten. Den wiederum verlässt nun aber der Mut. Kurz bevor ihn der erste Faustschlag trifft, schließt er von außen die Tür, wobei leider der Arm des Ausbremsers eingeklemmt wird.

Dieser stellt nun Strafantrag und wir landen vor dem Amtsgericht. Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung. Die Beleidigung (“K…”) wird nicht mit angeklagt. Im Vorfeld musste ich mich vom Gericht mehrfach schriftlich fragen lassen, ob wir wirklich Zeugen benötigen. Ich antwortete, daß wir die im Falle einer Einstellung nicht bräuchten, sonst aber schon, denn der Gegner hat die Angelegenheit leicht dramatisiert dargestellt. Ein Angriff mit der Faust sei ihm fremd gewesen ...

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