Aussage von Bundesanwalt Pfaff fällt (leider) aus

Er hätte wohl interessante Einblicke gegen können: Bundesanwalt a. D. Wolfgang Pfaff gehört zu den wenigen Mitarbeitern der Bundesanwaltschaft, die in den 1980er Jahren die inzwischen schon “berühmt” zu nennende Verfassungsschutzakte in den Händen hielt – und auch gelesen hat. Doch morgen wird Pfaff nicht, wie eigentlich geplant, als Zeuge im “Buback-Prozess” aussagen. Er sei erkrankt, teilte er dem Gericht mit. Das ist in jeder Hinsicht bedauerlich.

Nicht nur, dass man Wolfgang Pfaff die Krankheit nicht wünscht. Auch Informationen hätte man gerne von ihm erhalten – so dürften es wohl fast alle Beteiligte des Verfahrens sehen. Denn Pfaff hat ein interessantes Berufsleben hinter sich. Als aufstrebender Jurist in der hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden wurde er 1977 zum Generalbundesanwalt abgeordnet und trat seinen Dienst an dem Tag an, an dem Siegfried Buback starb: Gründonnerstag, 08. April 1977. Er erinnere sich noch gut, wie er morgens in die Behörde gekommen sei und quasi zeitgleich die Nachricht von den Morden erfahren habe, erzählte mir Pfaff einmal. Alles sei drunter und drüber gegangen.

Später wurde er Bundesanwalt und war unter anderem für die Kontakte zu den Verfassungsschutzbehörden zuständig. In dieser Funktion erhielt er auch die berühmte Akte, die später bei der Bundesanwaltschaft nicht mehr aufzufinden war. Die Meinungen von damaligen Kollegen der Bundesanwaltschaft über ihn gehen sehr auseinander. Ermittlungseifer und “ungewöhnliche Ansätze” attestieren ihm die einen, andere erinnern sich an Marotten wie das Pfeiffen auf dem Behördenflur oder mangelnde Akuratesse bei der Behandlung seines Oberhemdes ...

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