Ordnungswidrigkeiten: Pflichtverteidigung bei Verkehrsordnungswidrigkeiten

Zugegeben, man macht es nicht häufig. Allerdings sieht es das Verfahrensrecht eindeutig vor: Die notwendige Verteidigung auch in Ordnungswidrigkeitenverfahren. Denn über § 46 OWiG finden auch die Vorschriften der §§ 140 ff. StPO im Bußgeldverfahren Anwendung. Freilich hat im Bußgeldverfahren quasi nur § 140 Abs. 2 StPO Bedeutung, da der Anwendungsbereich des § 140 Abs. 1 StPO in jenen Verfahren bei Lichte betrachtet erheblich eingeschränkt ist.

Nicht jedes Gericht und erst recht nicht jede Verwaltungsbehörde (§ 60 OWiG) gibt jedoch einem auf diese Normen gestützten Beiordnungsantrag statt. Vielmehr bekommt man teilweise den Eindruck, dass die Ordnungswidrigkeitenverfahren allgemein als so “unproblematisch” erachtet werden, dass eine Beiordnung eines Pflichtverteidigers nicht erforderlich sei.

In einer aktuellen Sache hatten wir eine Beiordnung beim hiesigen Amtsgericht beantragt. Dem Betroffenen drohte im Verfahren ein Fahrverbot, die Frage der korrekten Geschwindigkeitsmessung erforderte ein Sachverständigengutachten und schließlich entstand bereits vor dem ersten Verhandlungstermin der weit verbreitete Streit über die Frage, ob im Rahmen der Akteneinsicht auch die Einsicht in die Bedienungsanleitung des Messgerätes gewährt werden muss.

Unter Verweis auf die verschiedene ergangene Entscheidungen (LG Mainz, VA 2009, 176 = VRR 2009, 395 = StRR 209, 307 = NZV 2009, 404; LG Köln, VA 2010, 54 = VRR 2010, 3 [Ls.] = StRR 2010,43 [Ls ...

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