AG Hamburg 5.12.2011: Becherwurf im Bundesligaspiel – Verwarnung mit Strafvorbehalt für den Angeklagten (PM)

Der sog. „Becherwerfer“ im Fußball-Bundesligaspiel zwischen dem FC St. Pauli und dem FC Schalke 04 ist einer gefährlichen Körperverletzung schuldig. Dies hat heute das Amtsgericht Hamburg entschieden und den Angeklagten (44) unter Vorbehalt einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen à EUR 80 verwarnt. Dem Angeklagten wurde zudem die Auflage erteilt, an den durch den Becherwurf verletzen Linienrichter ein Schmerzensgeld in Höhe von EUR 1.500,– und weitere EUR 1.500,– an die Sepp-Herberger-Stiftung zu zahlen.

Die Verwarnung mit Strafvorbehalt stellt gewissermaßen eine Geldstrafe auf Bewährung dar. Wird der Verurteilte während der Bewährungszeit von zwei Jahren erneut straffällig oder verstößt er nachhaltig gegen die Zahlungsauflagen, muss er die Geldstrafe bezahlen. Ansonsten stellt das Gericht nach Ablauf der Bewährungszeit fest, dass es bei der Verwarnung sein Bewenden hat.

Die Beweisaufnahme ergab zur Überzeugung des Gerichts, dass der Angeklagte am 1. April 2011 gegen Ende des Fußball-Bundesligaspiels FC St. Pauli gegen FC Schalke 04 leicht alkoholisiert mit einem jedenfalls zum Teil gefüllten Plastikbecher nach dem Linienrichter geworfen hat. Der von dem Becher im Nacken getroffene Linienrichter ging benommen zu Boden und litt in der Folgezeit unter erheblichen Kopf- und Nackenschmerzen ...

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