Klau, arbeitsrechtlich straflos

Wenn man in einem Handwerksbetrieb arbeitet, kann einem manches Mal das Wasser im Mund zusammenlaufen. Erstens kann man ja alles ohnehin besser als der Chef. Zweitens liegt das Material, das der Chef bezahlt hat, zum Greifen nah – direkt vor einem, im unmittelbaren Zugriff sozusagen und – kostenlos! Für den Chef zwar nicht, ok; aber wenn man jetzt mal überlegt: Als Dachdecker das eine oder andere Dach decken, mit Material aus der Firma, Geld schwarz einstreichen und für diese Zeit auch noch krank melden – mehr als die doppelte Kohle! Erstklassiges Geschäftsmodell.

Wird man erwischt, geht’s erst zur Polizei, dann zur Staatsanwaltschaft. Dann zu Gericht und hoffentlich oft genug ins Gefängnis (Kollege Hoenig, bitte verzeihen Sie. Manche müssen einfach einfahren!). Was passiert beim Arbeitsgericht?

Der Arbeitgeber kündigt zumeist fristlos und erhebt Schadensersatzklage. „Meine“ Kündigungsopfer haben übrigens stets die Chuzpe, sich dann heftig zu wehren. Gut, hieß es z.B. in einer Güteverhandlung seitens des Arbeitnehmers, Sie haben für 25.000 EUR Material in meiner Garage gefunden. Aber die hatte ich doch dem Kollegen K überlassen, meint er dann. Und das Material darin – das kann man in jedem Großhandel kaufen. Alles Standard! Auf die Umstände des Auffindens (Durchsuchung durch die Polizei) angesprochen, mischt sich der Kollege (Strafverteidiger, jetzt mal beim Arbeitsgericht) ein. Das mit der Durchsuchung sei „alles Stimmungsmache“ von mir.

Beim LAG Rheinland-Pfalz (Urteil vom 19.09 ...

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