Der Zensus & ich

Wenig erfreut bin ich über das, was ich am gestrigen Donnerstag in meinem Briefkasten vorgefunden habe: Ein sog. Erhebungsbeauftragter kündigt schriftlich an, mich am Dienstag aufzusuchen und im Rahmen der aktuellen Volkszählung Zensus 2011 mit Fragen zu belästigen. Zur Auskunft, so heißt es in dem Schreiben, bin ich verpflichtet.

Letzteres bezweifle ich. Befragt werden soll ich im Rahmen des Sonderbereichs „Wohnheime und Gemeinschaftsunterkünfte“. Wenn die Rechtsgrundlage des Auskunftszwanges voraussetzt, dass ich in einem Wohnheim oder einer Gemeinschaftsunterkunft lebe, dann ist der mich verpflichtende Tatbestand wohl nicht erfüllt. Der Erhebungsbeauftragte, der seinen Brief offenbar persönlich eingeworfen hat, nimmt wohl an, dass ich in einem Studentenwohnheim lebe. Viele Menschen denken das, weil sich der Gebäudekomplex in der Tat als Studentenwohnheim eignen würde und wegen der Uni-Nähe auch von sehr vielen Studenten bewohnt wird. Das ändert aber nichts daran, dass dies kein Studentenwohnheim ist und auch sonst kein Wohnheim und schon gar nicht so etwas wie eine Gemeinschaftsunterkunft.

So sehe ich das zumindest. Ob ein Gericht mir beipflichten würde, steht in den Sternen. Ich weiß auch nicht, ob der gesetzliche Tatbestand meiner Auskunftspflicht wirklich das Wort „Wohnheim“ enthält, und ich habe weder Zeit noch Lust, mich mit der einfachgesetzlichen oder gar der verfassungsspezifischen Rechtslage zu beschäftigen.

Gespielt habe ich mit diesem Gedanken aber durchaus ...

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