Angeklagter spricht bisher nur mit dem Psychiater

Dass er seine Ehefrau an Heiligabend vor einem Jahr „vorsätzlich getötet“ hat, das hat der 72-jährige Angeklagte im Mord-Prozess vor dem Würzburger Landgericht zugegeben. Warum er nach 33 Jahren mit Messer und Hammer auf die 77-Jährige losging, die in ihrem Wohnort Reichenberg als „Schwester Elly“ bekannt war, bleibt aber auch nach vier Verhandlungstagen weitgehend im Dunkeln. Über seine Beweggründe hat der Angeklagte auf Anraten von Verteidiger Jan Paulsen bisher nur mit einem Psychiater gesprochen. Der Sachverständige will das Ergebnis seines Gutachtens präsentieren, wenn der Prozess am 8. Dezember fortgesetzt wird.

Er sei „seit 33 Jahren durch die Hölle gegangen“, hat der 72-Jährige dem Psychiater im Vorfeld des Prozesses erzählt. Vor Gericht hat er bisher nur zu seinem Lebenslauf Angaben gemacht, daher ist die Strafkammer auf Zeugen aus dem Umfeld des Paares angewiesen. Doch auch Freundinnen und Verwandte der Getöteten – der Angeklagte hat keine Freunde und keinerlei Kontakt zu seiner Familie – sind teilweise auf Vermutungen angewiesen, wenn sie nach dem Verhältnis des Ehepaares gefragt werden. Der 72-Jährige und seine Frau lebten sehr zurückgezogen, selbst die Nachbarn in dem Reichenberger Dreifamilienhaus hatten kaum Kontakt zu ihnen.

„Schwester Elly“ hatte den damals obdachlosen Angeklagten 1978 kennengelernt, nachdem er in das Krankenhaus eingeliefert worden war, in dem sie als Krankenschwester arbeitet. Seit dieser Zeit hat sich um ihn gekümmert, die Hochzeit fand 1987 statt. „Sie war eine gütige Frau, die sich für ihn aufgeopfert hat“, berichtete eine Schwester vom „Blauen Kreuz“, die das Paar seit einem Vierteljahrhundert kannte ...

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