EK-Zinssätze: Die Zweifel bleiben

(c) Dietermann / PIXELIO (pixelio.de)

Die gute Nachricht: Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat bei der Festlegung der Eigenkapitalzinssätze auf die Kritik der Branche reagiert und die Zinssätze angehoben. Die schlechte Nachricht: Die Festlegung gibt immer noch mehr als genug Anlass zur Kritik. Das gilt auch für die Festlegung der Preisindizes für die Ermittlung der Tagesneuwerte beim Gas: Hier zeigt die BNetzA gar keine Bewegungsbereitschaft.

Die Festlegung zu den EK-Zinssätzen (§ 7 Abs. 6 StromNEV bzw. GasNEV) stammt vom 2.11.2011 (Az. BK4-11-304), die zu den Preisindizes vom 26. Oktober 2011 (Az. BK9-11/602).

Die EK-Zinssätze für die Kostenprüfung zur Bestimmung des Ausgangsniveaus der Erlösobergrenzen der zweiten Regulierungsperiode sehen jetzt so aus: Für Neuanlagen liegen sie jetzt bei 9,05 Prozent statt wie anfangs geplant bei 8,20 Prozent, für Altanlagen bei 7,14 Prozent statt 6,29 Prozent, jeweils vor Steuern.

Das ist sicher ein Fortschritt. Aber ob das ausreicht und methodisch korrekt ist, bleibt weiter fraglich:

Veraltete Datenbasis

Die Anhebung resultiert allein aus einer Anpassung des Wagniszuschlags. Im Konsultationsverfahren ging die BNetzA noch von einem Wagniszuschlag von 2,90 Prozent (= Marktrisikoprämie von 4,4 Prozent * Risikofaktor von 0,66 Prozent) aus. Hierzu berief sie sich auf ein Gutachten von Frontier Economics, das den Wagniszuschlag unter Anwendung des sog. Capital Asset Pricing Models (CAPM) und somit unter Verwendung internationaler Kapitalmarktdaten berechnet hatte.

Aufgrund der „aktuellen deutschen Sondersituation“ (Beschluss, S. 8) hat sich die BNetzA zu einer Abkehr von ihrem ursprünglich angesetzten Wagniszuschlag veranlasst gesehen. Dabei allerdings ist die BNetzA aus unserer Sicht halbherzig und methodisch inkonsistent vorgegangen: Sie hat schlicht den für 2008 ermittelten Wagniszuschlag in Höhe von 3,59 Prozent an die Stelle des ursprünglichen Wagniszuschlags gesetzt ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK