Mobbing: Oberarzt verklagt Chefarzt auf halbe Million Euro

Am 18.11.2011, 09:00 Uhr, wird vor dem Landesarbeitsgericht (LAG) Hamm der Mobbing-Rechtsstreit (AZ: 11 Sa 722/10) zwischen zwei Medizinern fortgesetzt, der bereits deutschlandweit für Aufmerksamkeit gesorgt hat. Ein Oberarzt, der im St.-Marien-Hospital in Lünen angestellt ist, verklagt seinen ehemaligen Vorgesetzten, den Chefarzt, auf Schadensersatz und Schmerzensgeld in einer Gesamthöhe von ca. einer halben Million Euro. Über den Sachverhalt dieses Falles habe ich in den ersten beiden Teilen meines Artikels zum Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) vom 25.10.2007 (AZ: 8 AZR 593/06) berichtet.

Das BAG in Erfurt stellte in seiner Entscheidung vom 25.10.2007 fest, dass der Chefarzt die Arbeitsunfähigkeit und Gesundheitsschädigungen des Oberarztes schuldhaft herbeigeführt habe. Dem Oberarzt stehe daher gegenüber seinem Arbeitgeber, dem St.-Marien-Hospital, Schadensersatz und Schmerzensgeld zu. Das BAG verwies den Rechtsstreit an das LAG Hamm zur Bestimmung der Höhe des Schadensersatzbetrages zurück.

Zur Zahlung von Schadensersatz und Schmerzensgeld kam es jedoch nicht, da der Kläger mit der Klinik einen Vergleich abgeschlossen hatte, der vorsieht, dass der Oberarzt fortan im medizinischen Controlling eingesetzt wird. Damit unterliegt er nicht mehr der Weisungsgebundenheit seines früheren Vorgesetzten – ein erster Teilerfolg für den Kläger.

Weil der Oberarzt aber erhebliche Einkommenseinbußen durch seine lange Erkrankung erlitten hatte, verlangt er nun unmittelbar gegenüber seinem früheren Vorgesetzten die Zahlung von etwa einer halben Million Euro. Hierzu rief der Kläger wiederum das Arbeitsgericht Dortmund an.

Vor dem Arbeitsgericht Dortmund hielt der beklagte Chefarzt den Vorwürfen des Klägers entgegen, er habe sich nicht pflichtwidrig verhalten ...

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