Christliche Nächstenliebe im Arbeitsrecht ausgebrochen! Wird jetzt der Notstand verhängt?

Prof. Dr. Stoffels berichtet in einem Blogbeitrag (hier: http://blog.beck.de/2011/11/20/evangelische-kirche-haelt-am-dritten-weg-und-am-streikverbot-fest ) von einem plötzlichen Ausbruch christlicher Nächstenliebe bei der evangelischen Kirche. Man wolle kein Outsourcing und kein Lohndumping mehr in den eigenen Reihen dulden. So zumindest das Ergebnis einer Tagung der EKD-Synode vom 09.11.2011.

In einer sogenannten "Kundgebung" heißt es dort

„Diakonische Unternehmen, die über privatrechtliche Konstruktionen in den Ersten Weg ausweichen wollen, müssen mit Ausschluss aus der Mitgliedschaft im Diakonischen Werk rechnen. Missstände wie Outsourcing mit Lohnsenkungen, ersetzende Leiharbeit und nicht hinnehmbare Niedriglöhne müssen zu ernsthaften Konsequenzen führen.“

Hintergrund ist allerdings, dass man sich seine eigene Rechtssetzungshoheit im Arbeitsrecht erhalten und damit Arbeitskämpfe verhindern will. Die arbeitsrechtlichen Regeln innerhalb der Kirche sollen weiterhin von einer paritätisch besetzten Kommission bestimmt werden, an die sich dann bitteschön alle halten mögen. Die "Kundgebung" dient also in Wirklichkeit dazu, künftige Kundgebungen vor den Betrieben zu verhindern.

Keine Sorge - hier ist nicht plötzlich die christliche Nächstenliebe ausgebrochen, sondern wollen die Kirchen sich lediglich nicht das Zepter aus der Hand nehmen lassen ...

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