Nicht beleidigungsfähig

Die Anweisungen des BFV sehen vor, dass der Schiedsrichter mindestens eine Stunde vor Spielbeginn am Spielort eintreffen soll. Viele meiner Kollegen und auch ich handhaben das so, dass wir uns, zumindest bei höherklassigen Spielen (> Kreisliga) noch eine halbe Stunde mehr gönnen. Einerseits müssen wir oft sehr weit fahren, was Probleme im Verkehr, wie Stau oder Umleitungen, mit sich bringen kann. Andererseits geht man viel entspannter ins Spiel, wenn man vorher noch gemütlich einen Kaffee trinken und dem Vorspiel (bei uns idR - noch - die Reservemannschaften) zusehen kann. Bei einem solchen Kaffeetrinken kamen wir einmal mit einigen Funktionären des Heimvereins ins Gespräch. Wir unterhielten uns gut, hauptsächlich natürlich über Fußball. Zur Sprache kam auch die "Verrohung des Sitten". Wir waren uns einig, dass die Beschimpfungen von Zuschauerseite her immer schlimmer würden und viele wohl nur noch Eintritt bezahlten, um sich ihren Frust der letzten Woche von der Seele brüllen zu dürfen. Kurz bevor wir zum Aufwärmen gingen, wurden wir noch eingeladen, nach dem Spiel zum Essen ins Vereinsheim zu kommen. Die Einladung gelte selbstverständlich unabhängig vom Spielergebnis. Wir freuten uns besonders, da von der Wirten gemischter Braten angekündigt wurde. In Anbetracht des kalten Wetters eine sehr schöne Aussicht! Dann machten wir noch die üblichen Scherze, wie: "Ja wenn wir uns dann noch reintrauen dürfen!". Darüber wechselten wir auch noch einige Worte und wir Schiedsrichter stellten fest, dass es uns tatsächlich noch nie passiert war, dass wir uns nach dem Spiel nicht mehr trauten, einer Essenseinladung nachzukommen. Davor kam es erst ein Mal vor, dass WIR einen solchen Groll auf den VEREIN hatten, dass wir sofort nach Hause fuhren. Unsere Gesprächspartner hätten also bescheid wissen können ...Zum vollständigen Artikel


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