Juristen können alles – “natürlich” Compliance?

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Was müssen Compliance-Verantwortliche, Anlageberater und Vertriebsbeauftragte können? Das soll in einer Verordnung geregelt werden, die die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) derzeit vorbereitet. Diese Verordnung wird für alle nach dem Kreditwesengesetz (KWG) lizensierte Energiehändler unmittelbar gelten. Sie wird aber voraussichtlich über kurz oder lang auch indirekt Geltung für alle anderen Energieversorger bekommen, die mit Strom und Gas handeln und Kunden energiebezogen beraten, etwa beim Energieportfoliomanagement, auch wenn diese Tätigkeiten nicht der Erlaubnispflicht nach dem KWG unterliegen. Sollte es in diesen Bereichen zu Fehlleistungen von Mitarbeitern des Versorgungsunternehmens kommen, ist es durchaus wahrscheinlich, dass Gerichte und Behörden danach fragen werden, ob die Mitarbeiter die Voraussetzungen der in Rede stehenden Verordnung erfüllen.

Es lohnt sich daher, für alle im Energiehandel und der strukturierten Energiebeschaffung tätigen Versorgungsunternehmen sich mit dem Entwurf der sog. Wertpapierhandelsgesetz-Mitarbeiteranzeigeverordnung der BaFin näher zu befassen.

Fachleute gesucht … und Juristen?

Im Verordnungsentwurf werden die fachlichen Anforderungen an Compliance-Verantwortliche, Anlageberater und Vertriebsbeauftragte recht hoch gelegt. Sie sollen in jedem Fall den Abschluss eines Hochschul- oder Fachhochschulstudiums vorweisen müssen. Sofern ein Studium der Rechtswissenschaft erfolgreich abgeschlossen wurde, wird die erforderliche Sachkunde als Compliance-Verantwortlicher vermutet.

Dies ist für Juristen schmeichelhaft, wenn man bedenkt, welche Inhalte das juristische Studium derzeit prägen und dies mit dem beruflichen Alltag eines Compliance-Verantwortlichen in einem Finanzinstitut oder bei einem Energieversorger vergleicht ...

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