IPv6 - Aktuelle Entwicklungen im Datenschutzrecht

Forderungen nach mehr Datenschutz werden lauter

Die Stimmen, die Internetserviceprovider wegen datenschutzrechtlicher Gefahren beim Umstieg auf IPv6 in der Pflicht sehen, werden lauter.

Auf ihrer 33. Internationalen Konferenz in Mexiko Stadt haben der Bundesdatenschutzbeauftragte und seine Amtskollegen aus Belgien, Kanada, Großbritannien und Mexiko sich jetzt zu der Empfehlung entschlossen, auch im IPv6 Protokoll die Vergabe temporärer IPv6 Adressen ("dynamische Adressen") zum Standard bei Internetserviceprovidern zu machen. Notfalls solle dies mit einer Regulierung auf gesetzlicher oder behördlicher Ebene sichergestellt werden.

Ebenso sollen auch die bereits besprochenen "Privacy Extensions" weiter verbreitet und besonders auf mobilen Geräten zum Einsatz kommen.

Eine Adresse ist nicht genug

Aus der Netzgemeinde kommen noch weitergehende Forderungen an die Netzanbieter: die Zuteilung gleich mehrerer Präfixe an jeden Anschlussinhaber.

IPv6 erlaubt es wesentlich einfacher als IPv4, auf demselben Computer und derselben Netzwerkkarte mehrere Adressen zu verwalten. So ist es möglich, die IPv6 Adresse im laufenden Betrieb und ohne Unterbrechung der Netzwerkverbindung zu wechseln. Dabei wird den Gegenstellen offener Verbindungen der Wechsel angezeigt und eine gewisse Zeit nach dem Wechsel der Verkehr an die alte Adresse weiter bearbeitet. So lässt sich die IPv6 Adresse mehrmals täglich zufällig wechseln, ohne dass der Nutzer dies überhaupt merkt.

Auf diese Weise würde eine Verfolgung eines Computers/Internetnutzers anhand der IP Adresse unmöglich, da sich jede "Spur" der IP Adresse nach kurzer Zeit verliert und der Computer erst mit anderen Methoden (z.B. Cookies) wieder mit einer "Identität" verknüpft werden muss. Webtracking würde also nicht mehr über die IP Adresse, sondern nur noch über Cookies, Webbugs, Browsereinstellungen, etc. funktionieren ...

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