Nicht Jeder darf den Vorstand bezahlen

Dürfen Vorstände für ihre Tätigkeit finanzielle Leistungen von Außenstehenden erhalten? Wer dabei an die Zahlung von Schmiergeldern denkt, wird dies natürlich verneinen. Mit der Annahme von Schmiergeldzahlungen kann ein Vorstand sich, neben der Untreue und Steuerhinterziehung, insbesondere der Bestechlichkeit schuldig machen, wenn die Zahlung für die Bevorzugung eines Dritten im Wettbewerb erfolgt.

Es sind aber durchaus Situationen denkbar, in denen mit Drittzuwendungen legitime Interessen verfolgt werden – zum Beispiel wenn ein Aktionär einen zusätzlichen finanziellen Anreiz für die Steigerung des Unternehmenswerts bzw. Börsenkurses schaffen möchte.

Dies liegt bei Aktiengesellschaften besonders nahe: Die Aktionäre haben zumeist nur begrenzte Einflussmöglichkeiten auf die Geschäftspolitik, da der Vorstand die Geschäfte eigenverantwortlich und weisungsfrei leitet. Für Private Equity-Investoren kann die Gewährung solcher finanziellen Anreize sinnvoll sein, um vor einem geplanten Exit ihre Position als Verkäufer zu stärken. Befindet sich das Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten, können Aktionäre oder Gläubiger mit einer Sonderprämie eine Anreizwirkung für die erfolgreiche Sanierung erzielen, ohne sich dem Vorwurf auszusetzen, das Gesellschaftsvermögen zusätzlich zu belasten.

Unter welchen Voraussetzungen erlaubt das Aktienrecht neben dem eigentlichen Vorstandslohn eine Drittleistung? Hierzu gibt es noch keine Rechtsprechung, daher ist der konkrete Fall sorgfältig zu prüfen. Da der Aufsichtsrat für die Festlegung der Vergütung zuständig ist, ist seine ausdrückliche vorherige Zustimmung einzuholen ...

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