Die Zwickauer Zelle

Seit Anfang der Woche haben sich die Ereignisse rund um die “Zwickauer Zelle” überschlagen. Was unter anderem dazu führte, dass ich diesen Blog vernachlässigen musste. Es ging damit los, dass mich am Rande der Verhandlung gegen Hussam S. die Nachricht erreichte, dass die Dienstwaffen von Michele Kiesewetter und ihres Kollegen bei der Gruppe gefunden wurde. Danach ging es Schlag auf Schlag – bis gestern der Generalbundesanwalt die Ermitlungen übernahm und nun offiziell eine rechtsterroristische Vereinigung verfolgt wird.

Erwartungsgemäß fand das Thema viel Aufmerksamkeit – und wurde prompt auch von der Politik aufgegriffen.

Für den Deutschlandfunk habe ich heute die Vorgänge kommentiert. Der Kommentar ist hier nachzulesen.

Kommentar: Was am Freitag vergangener Woche mit einem in Anführungszeichen normalen Banküberfall in Eisenach begann, hat sich im Laufe dieser Woche zu einem der spektakulärsten und rätelshaftesten Kriminalfälle der vergangenen Jahrzehnte entwickelt. Auch wenn an vielen Punkten nach wie vor ein Konjunktiv angebracht ist und auch für die 36jährige Beate Z. bis zu einem Urteil die Unschuldsvermutung gelten muss, so zeichnet sich nicht nur die Aufklärung gleich mehrere Verbrechensserien, Morde und Raubüberfälle ab. Wir stehen zugleich ratlos vor einem Phänomen, dass heute die ersten Politiker vorschnell als neuen Rechtsterrorismus bezeichnen. Schon ist nicht mehr nur von der „Zwickauer Zelle“ die Rede, es wird bereits eine „Braune Armee Fraktion“ herbeigeredet. Das ist unbedacht und hilft in der Sache nicht weiter.

Dabei ist die Sache ernst genug, sich jenseits der Schlagzeilen Gedanken über den vorliegenden Fall zu machen. Doch zunächst zur angeblich neuen Terrorgefahr von Rechts. Wer dies behauptet, hat den vorliegenden Sachverhalt nicht verstanden ...

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