Schmierentheater? Machtmißbrauch? Der Fall Beuth.

Heute wird vor einem Hamburger Amtsgericht gegen einen Kollegen, den Hamburger Strafverteidiger Andreas Beuth, verhandelt. Was ist passiert, dass die Staatsanwaltschaft ein Mit-Organ der Rechtspflege anklagt?

Um es vorweg zu nehmen: Nichts. Beuth wird nachgesagt, ein für die Gerichte unbequemer Strafverteidiger zu sein mit einer für die Staatsanwältinnen und Staatsanwälte unbequemen Klientel, denn er verteidigt häufig die sogenannte “linke Szene” und steht damit in diesen Verfahren stets den VertreterInnen der sogenannten “Staatsschutzabteilung” der Staatsanwaltschaft gegenüber. Dabei handelt es sich um Staatsanwältinnen und Staatsanwälte, die Delikte aus dem politischen motivierten Bereich schwerpunktmäßig bearbeiten.

Nun hatte er in einem Verfahren, in dem er wegen eines Körperverletzungsdelikts verteidigte, einen Polizei-Zeugen zu befragen. Diesem Zeugen hielt er dann ein mitgebrachtes Plastikteil vor und fragte, ob es so ein Teil gewesen sei, welches sein Mandant benutzt habe. Bei diesem Plastikteil handelte es sich um den Haltegriff eines sogenannten “Signalgebers” – wohlgemerkt nur den Haltegriff ohne Abschussbecher, Zündkapsel und Munition. Die Befragung des Zeugen geht ohne Beanstandungen weiter. Im nächsten Termin wollte Beuth einen weiteren Zeugen erneut unter Vorhalt des Plastikteils befragen. Das rief auf einmal den Staatsanwalt auf den Plan, der schon im ersten Termin dabei war und nichts sagte, der Beuth nun das “Führen einer Waffe” vorwarf, die “Waffe” sogleich beschlagnahmte und ein Verfahren wegen des Waffenbesitzes einleitete.

Und deshalb sitzt Beuth jetzt vor Gericht ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK