Bürgerliches Recht

Die von Medicus nach Anspruchsgrundlagen geordnete Darstellung gilt nicht nur als führendes Werk zur Examensvorbereitung, sondern wurde sogar bereits als "schriftstellerischer Leuchtturm" bezeichnet. Zumindest war es bei der Erstauflage 1968 keineswegs üblich, eine Darstellung für Studierende derart an die Systematik des Gesetzes anzupassen und dadurch, ausgehend von der Anspruchsgrundlage, ein völlig neues Ordnungsprinzip einzuführen. Nachdem sich ganze Generationen von Jurastudenten mit diesem Werk auf das Examen vorbereitet haben, soll diese Rezension zeigen, ob die Lektüre auch heute noch zur Examensvorbereitung empfohlen werden kann. Der Umfang des Lehrbuchs verwundert zunächst: Auf nur ca. 500 Seiten soll das gesamte Bürgerliche Recht examenstauglich vermittelt werden? Ähnliche Werke mit dieser Intention wie von Plate, Staudinger oder Schellhammer bringen es leicht auf die doppelte Seitenzahl. Das ist allerdings schnell dadurch erklärt, dass Medicus ein solides Grundlagenwissen aus dem Studium voraussetzt und somit nur die Dinge erläutert, die wirklich problematisch sind und sich nicht direkt aus dem Gesetzeswortlaut erschließen lassen. Wer somit befürchtet, sich angesichts gründlicher Wiederholung des gesamten Basiswissens (so etwa im Plate) eher zu langweilen, findet mit "dem Medicus" seinen passenden Lernpartner. Die Abhandlung beginnt mit einer lehrreichen Einleitung zum Anspruchsaufbau und dessen Grenzen, gefolgt von den beiden ersten großen Abschnitten (knapp 200 Seiten), die sich mit den vertraglichen Ansprüchen und der Geschäftsführung ohne Auftrag (GoA) befassen. Wie bereits in der Vorauflage, werden diese §§ 1-18 von Jens Petersen, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht an der Universität Potsdam, bearbeitet. Anschließend folgen Kapitel zu dinglichen und deliktischen Ansprüchen sowie aus ungerechtfertigter Bereicherung. Die letzten beiden Abschnitte stellen Einwendungen (z.B ...Zum vollständigen Artikel


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