Anlageberatung: Anleger muss kein Detektiv sein

Wenn eine Geldanlage scheitert, haftet in vielen Fällen der Anlageberater. Dieser hatte zuvor mit verkäuferischem Geschick die Beratung durchgeführt. Um sich aus der Beraterhaftung zu entziehen, wird oft die Verjährungskarte gezogen � wieder einmal vergebens, wie das oberste deutsche Zivilgericht, der Bundesgerichtshof, entschieden hat. Der Anleger kann sein Geld zurück fordern. Gerne verteidigen sich Berater damit, dass es dem Anleger schon lange klar gewesen sein muss, dass seine Kapitalanlage floppte und er sich viel zu viel Zeit gelassen habe, um seine Rechte einzufordern. Es geht um die Frage, ob Verjährung eingetreten sei. Der Bundesgerichtshof hat dazu jetzt noch einmal im Bereich von geschlossenen Fonds fest gezurrt, dass die Ansprüche des Anleger sofort mit einer schlechten Beratung entstehen. Das bedeutet aber nicht, dass zu diesem Zeitpunkt auch schon die Verjährungsuhr tickt; sie fängt erst später an zu laufen. Der Anleger soll nach Ansicht des Richter in Karlsruhe jedenfalls nicht verpflichtet sein, seinen Berater nach dem Beratungsgespräch zu kontrollieren und die von ihm getroffenen Aussagen an Hand eines 80 � bis oftmals über 150�seitigen Prospekt zu beleuchten. Er muss auch nicht mit detektivischem Gespür gleich im Anschluss an die Beratung alle Aussagen seines Gegenübers auf den Prüfstand stellen ...Zum vollständigen Artikel


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