Identität von Hinweisgebern intern schützen ? Unbedingt !

(brl) Als Adressat von Hinwiesen auf Risiken kommen die meisten Stellen im Unternehmen in Betracht. Soweit es sich um strafrechtliche Risiken handelt, wird es sich oft um Compliance, Recht oder Revision handeln. Zunächst sind wir dankbar für die Unterstützung bei der Risikoidentifikation und den im Hinweis liegenden Loyalitätsbeweis. Dann aber müssen z.B. die Fachabteilungen zur weiteren Bewertung in Vorbereitung von Entscheidungen zur Risikobehandlung hinzugezogen werden. Sollte dabei der Name oder andere identifizierende Merkmale des Hinweisgebers – z.B. auf Nachfrage – genannt werden ?

Dafür könnte ein Interesse sprechen, erwiesenen Sachverstand zu nutzen, doppelte Arbeit zu vermeiden, oder einfach nachfragen zu ermöglichen. In einem jetzt entschiedenen Fall wurde die Eingrenzung und Sicherung nötiger Akten als Grund genannt – und im übrigen wäre der Hinweisgeber doch sicher nur froh, wenn sein Anliegen als seines aufgegriffen wird. Diese Begründung wurde nun in einer Entscheidung explizit als „bestenfalls unredlich“ (disingenuous at best) bezeichnet.

ACHTUNG: Nach der hier besprochenen Widerspruchsentscheidung, die bis auf weiteres Präjudiz- und Bindungswirkung hat, darf ein auf der Aufsichtsratsebene angesiedelter Prüfungsausschuss die Identität eines Hinweisgebers auch innerhalb des Unternehmens nicht weitergeben, weder an die Revision, noch gar an die Leitung des Finanzbereichs, aus dem das Risiko stammen soll. Das gilt ausdrücklich selbst für den Fall, dass die Identität leicht zu erraten wäre ...

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