Arbeitsgerichte entscheiden nach Konjunkturlage?

Die Neue Westfälische Zeitung berichtet von einer Studie der Technischen Universität Darmstadt. Arbeitsgerichts-Entscheidungen sind danach auch abhängig von der wirtschaftlichen Lage am Standort des jeweiligen Gerichts. Grundlage der Studie waren 221 Kündigungsschutzprozesse gegen immer den selben Elektronikkonzern bei betriebsbedingten Kündigungen an insgesamt 33 Arbeitsgerichten in 12 Bundesländern im Zeitraum von etwa drei Jahren. Danach soll es so sein, dass Arbeitsgerichte bei schlechter Konjunkturlage dem Arbeitnehmer eher recht geben, als bei guter wirtschaftlicher Gesamtlage. Außerdem soll die Zahl der Kinder angeblich besonders berücksichtigt werden und haben es wohl männliche Kläger bei überwiegend männlich besetzen Kammern besser und bei den Damen soll es wohl entsprechend sein. (Quelle: http://www.nw-news.de/owl/5241874_Arbeitsrichter_urteilen_nach_Konjunkturlage.html ) Aus meiner persönlichen Erfahrung (die natürlich nicht den geringsten Anspruch auf empirische Absicherung erhebt) kann ich das eigentlich nicht bestätigen. Vielmehr kann man halbwegs ausmachen, welche Gerichte eher zur Arbeitgeberfreundlichkeit tendieren und welche eher zur Arbeitnehmerfreundlichkeit. So ist Köln beispielsweise in der Tendenz eher arbeitgeberfreundlich, Bonn eher in der Tendenz zur Arbeitnehmerfreundlichkeit. Bei den Gerichten in Wuppertal und im Ruhrgebiet steht man als Arbeitgeberanwalt auf verlorenem Posten und in Berlin hat man als Arbeitnehmeranwalt den Makel der ewig verlorenen Prozesse.

Woher die Studie die Gewissheit nimmt, dass die Gewerkschaftsvertreter mehr Erfolg haben sollen, als die Anwälte, weiß ich nicht. Ebenso wie bei Anwälten, gibt es auch bei den Rechtsschutzsekretären verdammt gute Leute und eben auch weniger gute. Ich nehme an, rein statistisch wird sich das Verhältnis da nicht viel geben ...

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