Zeuge wider besseres Wissen?

Der Kläger K verlangte von meiner Mandantin Schadenersatz. Er hatte von ihr ein Fahrzeug für 450,- € gekauft, das sie ihm dann aber nicht übergeben hatte. Er behauptete dann, daß er dieses Fahrzeug für sage und schreibe 1.600,- € weiterverkaufen konnte, so daß ihm in Höhe der Differenz Gewinn entgangen sei. Angeblicher Käufer des Fahrzeuges sei Zeuge Z, der anwesend war, als meine Mandantin dem K das Fahrzeug für 450,- € verkaufte.

Man bedarf keines besonderen Spürsinnes, um zu erkennen: Die Sache stinkt zum Himmel.

Warum sollte Z von K ein Fahrzeug für 1.600,- € kaufen, wenn er doch weiß, das das Fahrzeug in seinem Beisein für gerade einmal 450,- € erworben wurde? Warum hatte er seinerzeit das Fahrzeug nicht gleich selbst gekauft? Wieso sollte er das Fahrzeug („Schrott auf Rädern“ und ohne Papiere) für einen vermutlich völlig überzogenen Preis kaufen, zumal er selbst auch nicht eben über Geld im Überfluß verfügte?

K legte allerdings einen von Z unterzeichneten Kaufvertrag vor, in dem nicht nur die 1.600,- € sondern auch eine Anzahlung von 450,- € erwähnt wurden. Auch berief sich K auf Z als Zeugen, so daß das Gericht den Zeugen dann auch anhören mußte.

Es bedurfte allerdings etwas Überzeugung, den Zeugen überhaupt dazu zu bewegen, bei Gericht zu erscheinen. So mußte zunächst ein Ordnungsgeld verhängt werden ...

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