2C_480/2010: Rechtsschutzinteresse an verbindlicher Festsetzung des aufgeschobenen Grundstücksgewinn bei Ersatzbeschaffung durch Private

Das Bundesgericht hatte die Frage zu entscheiden, ob im Zeitpunkt der Ersatzbeschaffung bereits ein Rechtsschutzinteresse an der Bestimmung des aufgeschobenen Grundstückgewinns besteht. X verkaufte eine selbstgenutzte Liegenschaft und reinvestierte den Erlös in ein neues Grundstück in der selben Gemeinde, das er auch wieder selbst nutzte. Das Bundesgericht rief zunächst in Erinnerung,
dass die Kantone bei der Frage der teilweisen Reinvestition des Erlöses in ein Ersatzobjekt im Sinne von Art. 12 Abs. 3 lit. e StHG keinen Spielraum (BGE 130 II 202 E. 3.2 S. 206 f.) hätten und dass für die Besteuerung die absolute Methode (auch Abschöpfungsmethode genannt) zur Anwendung komme, wonach der Steueraufschub nur für denjenigen Teil des Gewinns gewährt wird, der nach Wiederverwendung der Anlagekosten des veräusserten Objekts (und allfälliger Drittleistungen) zusätzlich in den Erwerb des Ersatzobjektes investiert wird. Was bedeute, dass der nicht wieder investierte Gewinn gelangt - sofort - zur Besteuerung komme.
Mit Blick auf die zu beurteilende Hauptfrage entschied das Bundesgericht, dass Steueramt und Steuerpflichtiger ein Interesse an der Feststellung, bzw. Anfechtung des aufgeschobenen Grundstückgewinns hätten.
3.3 [...] Vorab macht es wenig Sinn, den Steuerpflichtigen eine Steuererklärung einreichen zu lassen (in welcher er u. a. die Anlagekosten anzugeben bzw ...
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