The road to hell XV: Wir schreiben nur Prosa der Weltliteratur!

Ein älterer Kollege meinte es “gut mit uns”. Wir hatten seinem Mandanten die geradezu eigenmächtige Nutzung der von uns entworfenen allgemeinen Geschäftsbedingungen untersagt und er war für eben diesen auf die Barrikaden gestiegen. So weit, so schlecht. Wir versuchten nun unser Bestes, dem Kollegen die einschlägige urheberrechtliche Rechtsprechung eines bestimmten Landgerichts in Deutschland nahe zu bringen und die Idee des fliegenden Gerichtsstandes zu vermitteln - doch umsonst. Stattdessen erhielten wir es traumatauglich mit der verbalen Zimmerflak und reichlich Wortwitz. Zitate: “Wir haben uns die Allgemeinen Geschäftsbedingungen … zu Gemüte geführt und die Dinge, von denen Sie behaupten, es stünde Ihnen ein Urheberrecht zu.“

[In Hinblick auf eine von uns als Anlage zur Abmahnung überreichte Entscheidung des Landgerichts zu einem praktisch identischen Sachverhalt]: “Wie das Landgericht … zu seinen Erkenntnissen kam, erschließt sich uns im Moment nicht. Wir haben auch kein Interesse dran, uns mit dieser Entscheidung nachhaltig auseinanderzusetzen. […]”

“Um überhaupt eine Grundlage zu haben, wären wir sehr verbunden, wenn Sie uns eine Kopie Ihres Meisterwerkes einmal zur Verfügung stellen könnten, damit wir in die Lage versetzt werden können, unserer Mandantin zu raten, was rechtens ist. Sie werden uns sicher zugestehen können, daß Allgemeine Geschäftsbedingungen auch davon leben, in ihrer Diktion, insbesondere wenn Gesetzestexte zitiert werden, nicht unbedingt Werke von einer großen Gestaltungshöhe zu sein. Auch zeichnen sie sich nicht unbedingt als Prosa der Weltliteratur dar. Wir wollen Ihnen nicht zu Nahe treten und sind begierig, Ihr Werk kennen zu lernen ...

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