Bayern: Kfz-Massenabgleich verursacht in 99 von 100 Fällen Fehlalarm

Unglaublich, aber – wenn man Bayern glauben darf – wahr: Wenn die 22 bayerischen Kfz-Kennzeichenlesegeräte das Passieren eines zur Fahndung ausgeschriebenen Fahrzeugs an die Polizei melden, ist die Meldung nur in einem von 100 Fällen korrekt. Zu fast 99% geben die Geräte Fehlalarm, im Wesentlichen bedingt durch „Syntaxfehler des Systems“. So gaben es die Vertreter Bayerns vergangene Woche vor Gericht zu Protokoll.

Am Montag, den 17.10.11 verhandelte der Verwaltungsgerichtshof München über die Klage eines Autofahrers gegen den millionenfachen verdachtslosen Abgleich von Kfz-Kennzeichen in Bayern. Aus dem jetzt vorliegenden Verhandlungsprotokoll ergibt sich, dass Autofahrer in Bayern zurzeit an 12 Standorten auf 30 Fahrspuren überwacht werden (11 Standorte auf Autobahnen, ein Standort an einer Bundestraße). Monat für Monat werden so 8 Mio. Fahrer ohne jeden Anlass darauf überprüft, ob ihr Fahrzeug vielleicht zur Fahndung oder zur „polizeilichen Registrierung“ oder Beobachtung ausgeschrieben ist. 185 Fahrzeuge pro Minute werden so in Bayern gerastert.

40.000-50.000mal monatlich (56-69mal pro Stunde) melden die Geräte der Polizei das Antreffen eines gesuchten Fahrzeugs. Nur 500-600mal monatlich (also zu maximal 1,5%) liegt aber tatsächlich ein Treffer vor und wird eine polizeiliche Maßnahme veranlasst, erklärten die Vertreter Bayerns vor Gericht.

Dies bedeutet umgerechnet, dass die bayerische Polizei sich nahezu jede Minute mit einer falschen Treffermeldung beschäftigen muss. Praktisch eine gesamte Einsatzkraft der Polizei muss rund um die Uhr nur mit dem Verwerfen falscher Kfz-Treffermeldungen beschäftigt sein ...

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