Zur erneuten Einwilligung bei einer Bildbearbeitung

Wird eine Person auf einem Bild abgelichtet und gibt diese dann die Einwilligung zur Veröffentlichung, bedeutet dies aber nicht, dass der/die Abgebildete insgesamt seine Rechte aufgibt. Vielmehr kann derjenige, der die Befugnis zur Veröffentlichung hat, nur in einem gewissen Rahmen handeln. Beispielsweise dann, wenn das Bild anderes verwendet wird, als ursprünglich gedacht, fragt es sich, ob die gegebene Einwilligungserklärung überhaupt noch Gültigkeit hat. Gleiches Problem tritt aber auch auf, ob eine Einwilligungserklärung noch wirksam ist, wenn das bestehende Bild mit den heute zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten verändert wird. Dem soll einmal im Nachfolgenden nachgegangen werden.

1. Das Landgericht Hamburg hatte jetzt einen Fall zu entscheiden, bei dem die spätere Klägerin die Ehefrau eines Moderators war. Die spätere Beklagte war ein Verlag, die eine Zeitschrift verlegte und in dieser auf der Titelseite ein Foto der Klägerin und ihres Ehemannes veröffentlichte. Auf diesem Foto trug die spätere Klägerin einen auffälligen blauen Lidschatten oberhalb und unterhalb der Augen, wobei zuvor das Bild technisch bearbeitet wurde. Allerdings war der Umfang der Bearbeitung auch im späteren Prozess strittig. Die Klägerin erhob eine Unterlassungsklage, da diese der Ansicht war, dass die Bildmanipulation typverändernd wirke, weil diese nicht annähernd so stark geschminkt gewesen sei, wie auf dem veröffentlichten Bild. Die Veränderungen an dem Bild seien derart gravierend, dass auch keine Einwilligung zur Veröffentlichung vorgelegen habe.

2. Das Landgericht Hamburg hat mit Urteil vom 27.05.2011 unter dem Aktenzeichen 324 O 648/10 den geltend gemachten Unterlassungsanspruch bejaht und damit der Klage stattgegeben. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass der Klägerin ein Unterlassungsanspruch wegen der Verletzung des Rechts am eigenen Bild zustehe ...

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