Staatstrojaner

Am Wochenende wurde bekannt, dass der sog. Staatstrojaner – entgegen der Bekundungen der Bundesregierung (PDF) – im Einsatz ist. Das vom Chaos Computer Club sezierte Schnüffelprogramm verfügt über einen Leistungsumfang, der deutlich über die vom Bundesverfassungsgericht gesetzten Grenzen der Telekommunikationsüberwachung hinausgeht. Von einem einmal mit dem Computer infizierter Rechner kann die – an und für sich verschlüsselte – Kommunikation via Skype abgehört, in regelmäßigen Zeitintervallen Screenshots erstellt, mittels eines Keyloggers jeder Tastaturanschlag registriert und so Passwörter ausgespäht werden sowie beliebiger neuer Programmcode aus dem Internet geladen werden, um so den Funktionsumfang des Trojaners zu erweitern. Desweiteren ermöglicht das Programm beliebigen Zugriff auf den Rechnern; das schließt den Zugriff auf evtl. eingebaute Mikrofone und Kameras ebenso ein, wie die Möglichkeit, den gesamten Festplatteninhalt zu kopieren. Schließlich verfügt das Programm noch über eine Löschroutine, die es den Ermittlern ermöglicht, das Programm aus der Ferne von einem Rechner zu entfernen. Eben von dieser Löschroutine wurde aber nur unzureichend Gebrauch gemacht. Das Programm wurde von den Ermittlern lediglich in den Papierkorb verschoben, ohne dass der Speicherplatz anschließend überschrieben wurde. So war es den Computer-Forensiker des Chaos Computer Clubs möglich den Bundestrojaner wieder herzustellen und auf seine Funktionsfähigkeit zu untersuchen.

Im Folgenden sind einige beachtenswerte Artikel, Videos und Podcast zum Thema “Bundestrojaner” zu finden.

Der Staatstrojaner in 3 1/2 Minuten

von Alexander Svensson (09.10.2011)

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Chaos Computer Club analysiert Staatstrojaner (08.10 ...
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Der Staatstrojaner in 3½ Minuten

Ein Versuch, anschaulich zu machen, was der CCC herausgefunden hat (http://ccc.de/de/updates/2011/staatstrojaner) und warum das brisant ist.

Musik: Mindthings - Spring



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