Verkehrssicherungspflichten beim Bundesliga-Fußball

Das OLG Frankfurt hat sich mit Urteil vom 24. Februar 2011 – 3 U 140/10 zu den Verkehrssicherungspflichten bei einem sog. Risikospiel der Fußball-Bundesliga geäußert. Demnach sind einfache Personenkontrollen ausreichend. Es entspricht nicht der Verkehrsauffassung, dass im Profi-Fußball moderne Sicherheitstechnik zum Einsatz kommt, obwohl diese den Betreibern finanziell zumutbar wäre.

Von einem Risikospiel kann dann gesprochen werden, wenn die auftretenden Vereine bereits über Jahre rivalisiert sind und es in der Vergangenheit zu überdurchschnittlichen Ausschreitungen gekommen ist.

Sachverhalt

Kläger war ein Rasenpfleger, der durch eine Explosion eines Feuerwerkskörpers verletzt wurde. Er leidet seit dem an Tinnitus und einer Minderung der Hörfähigkeit auf einem Ohr um 20% sowie unter Kopfschmerzen, Schwindel und Schlafstörungen.

Er klagte auf angemessenes Schmerzensgeld aus § 823 I BGB iVm § 253 II BGB. Vertragliche Ansprüche bestanden nicht. Er begründete seinen Anspruch damit, dass die Beklagte es unterlassen hat die Zuschauer ausreichend zu kontrollieren. Insbesondere die auswärtigen Zuschauer seien – trotz des Risikospieles – nicht ausreichend kontrolliert worden. Der Feuerwerkskörper, der den Kläger verletzte, entstammte dem Gästeblock.

Die Beklagte gab an, dass alle Zuschauer vor dem Betreten des Stadions kontrolliert wurden. Diese Kontrolle dient u.a. dem Auffinden solcher Feuerwerkskörper. Die auswärtigen Zuschauer seien darüber hinaus vor dem Betreten des Stadionblockes noch ein zweites Mal kontrolliert worden. Letztendlich sei es noch zu Stichprobekontrollen gekommen.

Klausurhinweis

Das Verhalten der Beklagten und somit die Verursachung der Rechtsgutsverletzung iSd § 823 I BGB beruht auf einem Unterlassen. Dieses ist tatbestandsmäßiges Verhalten nur dann, wenn eine Rechtspflicht zum Handeln besteht ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK