Wirksame betriebsbedingte Kündigung trotz Möglichkeit einer Weiterbeschäftigung im Ausland

Eine wirksame Kündigung im Sinne des § 1 Abs. 2 KSchG setzt einen Grund der in der Person oder im Verhalten eines Arbeitnehmers liegt voraus. Auch dringende betriebliche Erfordernisse, die einer Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers im Betrieb entgegenstehen, können eine ordentliche Kündigung im Sinne des Kündigungsschutzgesetzes rechtfertigen. Ein Betriebsbedingter Grund kann u.a. gegeben sein, wenn durch eine Betriebsstilllegung eine Fortführung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr möglich ist. Der Arbeitnehmer kann einer betriebsbedingte n Kündigung jedoch entgegenhalten, dass eine Weiterbeschäftigungsmöglichkeit an einem anderen Arbeitsplatz im selben Betrieb besteht.

Über die Frage einer Weiterbeschäftigungsmöglichkeit hatte auch die 5 Kammer des LAG Hamburg zu entscheiden. Die Klägerin war als Sales Managerin bei der Beklagten, einer Kapitalgesellschaft ungarischen Rechts mit Hauptsitz in Budapest, die eine Fluglinie betreibt, beschäftigt. Der Vorstand der Beklagten fasste 2009 den Beschluss alle ausländischen Büros in Europa außerhalb Ungarns zu schließen. Daraufhin kündigte die Beklagte die Arbeitsverhältnisse sämtlicher Mitarbeiter in Deutschland und somit auch das der Klägerin. Die Klägerin wehrte sich dagegen mit einer Kündigungsschutzklage. Sie ist der Ansicht, dass die Kündigung sozial ungerechtfertigt sei. Sie hätte in Budapest weiterbeschäftigt werden können. Die Beklagte ist hingegen der Meinung, dass durch die Schließung der deutschen Büros die Beschäftigungsmöglichkeiten für die Klägerin entfallen und eine Weiterbeschäftigungsmöglichkeit nur in Bezug auf Betriebe, die in Deutschland gelegen sind, zu berücksichtigen sei ...

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