Ausschreiben oder nicht? – EU-Kommission fordert Deutschland zur Stellungnahme auf

Die EU-Kommission hat Deutschland wegen des Verkaufs von einer Beteiligung der öffentlichen Hand an einem Abfallentsorgungsunternehmen zur Stellungnahme aufgefordert. Dies ergibt sich aus einer aktuellen Pressemitteilung der EU-Kommission zu dem nach Art. 258 ff. AEUV eingeleiteten Vertragsverletzungsverfahren. Nach Auffassung der Komission ist der Verkauf der Beteiligung vergaberechtlich erheblich, weil das Abfallentsorgungsunternehmen zuvor einen öffentlichen Auftrag für Abfallentsorgungsleistungen erhalten hatte und die Vertragslaufzeit für diese Leistungen zum Zeitpunkt der Beteiligungsveräußerung noch andauerte. Der öffentliche Auftrag müsse erneut zum Gegenstand eines Vergabeverfahrens gemacht werden. Denn es handele sich um die wesentliche Änderung eines öffentlichen Auftrags, welche nach der Rechtsprechung des EuGH zwangsläufig eine erneute Ausschreibung des Auftrags erforderlich mache.

Im Jahr 2004 hatte das Abfallentsorgungsunternehmen im Anschluss an ein EU-weites Ausschreibungsverfahren den Zuschlag für Abfallentsorgungsleistungen erhalten, die bis 2015 bzw. bis 2017 laufen. Der Landkreis Mansfeld Südharz, der im Jahr 2007 aus Sangerhausen und Mansfelder Land gebildet wurde, hielt an diesem Unternehmen 75 % der Anteile und verkaufte im Jahr 2009 seine gesamte Beteiligung an ein privatwirtschaftliches Unternehmen ...

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