“Teilziffern”. Eine Abrechnung in vier Absätzen

Juristische Autoren, die Gerichtsentscheidungen noch mit irgendeiner Zeitschriftenfundstelle zitieren, sterben seit dem Siegeszug der Datenbanken zumindest in der Rechtspraxis langsam aus (bis auf Weiteres besteht an Universitäten noch ein Refugium für diejenigen, die ihre berufliche Existenz mit der von Zeitschriften verbinden). Die mit dem zugangsneutralen Zitieren entfallene Möglichkeit des seitengenauen Angebens von Textstellen wurde rasch durch absatzbezogene Nachweise ersetzt. Die Absätze der Entscheidungen werden hierfür entweder schon von den Gerichten selbst oder aber von den Datenbanken durchnummeriert. Beim Zitieren derselben wird dann herkömmlich von einer Randnummer (Randnr., Rdnr., Rn.), inzwischen auch von einer Randziffer (Rdz., Rz.) und neuerdings sogar von einer so genannten Teilziffer (Tz.) gesprochen.

Die letztere Wortneuschöpfung scheint mir von den um ihr Existenz fürchtenden Zeitschriften und ihren verbliebenen Nutzern zu stammen. Diese übernehmen nämlich inzwischen in den häufig nur auszugsweisen Entscheidungsabdrucken die gerichtlichen Randnummern, geben diese allerdings nicht neben den Absätzen, sondern in diese eingerückt in eckigen Klammern wieder. Ein in der Welt der Zeitschriften verhafteter Jurist wird deshalb kaum auf die Idee kommen, diese Nummerierung irgendwie mit dem Textrand in Verbindung zu bringen ...

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