Urheberrechtliche Schutzfähigkeit eines aus Konzertmitschnitten bestehenden Films

Die Frage, welche konkreten Anforderungen an ein urheberrechtlich geschütztes Filmwerk als eigene Werkart i.S.v. § 2 Abs. 1 Nr. 6, Abs. 2 UrhG zu stellen sind, gewinnt gerade in Zeiten von zunehmend aufwendiger hergestellten neuen Medien wie Computerspielen zusätzlich an Bedeutung. So ist es mittlerweile herrschende Meinung, dass auch Computerspiele mit aufwendig hergestellten filmischen Szenen als Filmwerke geschützt sein können. Bei herkömmlichen Filmen ist es anerkannt, dass regelmäßig Spielfilme und die meisten Zeichentrick- und Dokumentarfilme urheberrechtlich als Filmwerk geschützt sind. Für die Beurteilung der Urheberrechtsfähigkeit ist entscheidend, inwieweit der Film als Gesamtwerk eine persönliche geistige Schöpfung darstellt. Diese schöpferische Leistung ist – wie die dargestellte Entscheidung des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg zeigt – nicht auf die Herstellungsphase eines Films beschränkt, sondern kann auch in der Sammlung, Auswahl und Zusammenstellung des Bildmaterials liegen (vgl. Wandtke/Bullinger, UrhR, 3. Aufl, § 95 Rn. 20).

Ausgangsfall:

Die Klägerin produziert und vertreibt DVDs, darunter unter anderem eine DVD mit dem Titel „The Doors – Soundstage Performances“. Diese DVD enthält Aufnahmen von drei Auftritten der Gruppe „The Doors“ aus den 60er Jahren sowie Interviews mit Mitgliedern der Gruppe. Die Beklagte vertrieb eine DVD, die eine nahezu identische Bild- und Tonfolge wie die klägerische DVD aufwies. Dagegen wandte sich die Klägerin und verlangte unter anderem Unterlassung der weiteren Vervielfältigung und/oder Verbreitung der von der Beklagten vertriebenen DVD ...

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