Iris R, WETTIN-LÖBEJÜN und voller arbeitsrechtlicher Crash

Seien Sie mal ganz ehrlich, von Wettin-Löbejün haben Sie noch nix gehört.

Es liegt im Bezirk des Arbeitsgerichts Halle.

Es gibt ein Rathaus.

Da gab es eine Personalchefin, die gibt es jetzt wieder.

Der Rest ist Provinzposse vom Feinsten:

Iris R. arbeitet Vollzeit als Personalchefin. Im Rathaus. Sie arbeitete dann auch noch im Wahlkreisbüro des Abgeordneten, der in Personalunion dort Bürgermeister war. Das dürfen dann so 80 Stunden/Woche gewesen sein. Wobei die Mitteldeutsche Zeitung eigentlich nur berichtet, dass sie dort als Vollzeitkraft „bezahlt“ wurde – ist ja nicht dasselbe wie „arbeiten“ (empirisch nachprüfbar im Bankenviertel bei Ihnen um die Ecke). Beides verträgt sich nicht, und aus dem Job als Personalchefin schmiss die Stadt sie raus. Nicht zuletzt – man staune – auf Druck der wütenden Rathausmitarbeiter. Die werden auf einem Pressefoto abgebildet, wie sie Transparente gegen ihre Chefin hochhalten.

Der Doppeljob ist ein Problem, keine Frage. Er war bei der Stadt nicht angemeldet. Ob das immer einen fristlosen Rauswurf rechtfertigt, ist eine Einzelfallfrage, aber es könnte schon sein. Hier gab es drei Gerichtsentscheidungen (!), alle zu Gunsten der Iris R. Nach der ersten Kündigung entdeckte man, dass es ein Personalvertretungsgesetz auch in Sachsen-Anhalt gibt. Hört man den Personalrat nicht an, ist die schönste Kündigung unheilbar nichtig, wie das im Juristensprech so heißt. Muss man wohl nicht näher erläutern. Der armen Stadt kann man ja keinen Vorwurf machen: Einer ordentlich ausgebildeten Personalerin wäre das zwar nicht passiert, deswegen hat man sie ja – wenn man aber eben die einzige Kompetenzträgerin rauswirft, kann das schon mal vorkommen.

Nach dieser ersten Runde wollte man – vermuten wir – den Personalrat anhören ...

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